Drauf Losquatschen, auf roten Teppichen flanieren, Promis treffen - so stellen sich viele das Leben eines Moderators vor und stürmen die unzähligen Journalismus-Studiengänge oder bombardieren die Sender mit Bewerbungen und der Aussage "Reden kann ich super. Mir fällt immer was ein, ich glaube ich bin genau richtig für diesen Job".  - Nur: ganz so ist es eben nicht...Sylvia Kunert, Moderatorin, Journalistin & Moderatoren-Coach, behauptet sich seit über 25 Jahren erfolgreich in der Branche. Ihr Wissen und ihre Erfahrungen wird sie künftig hier mit allen teilen, die sich für den "Traumberuf Moderator/in" entscheiden möchten.

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Als Moderatorin kenne ich alle Seiten: Radio, Fernsehen, Eventmoderationen, Internet. Später die ersten Aufträge als "Mediencoach" am Bildungszentrum in Nürnberg, die Veröffentlichung meines Buches "Traumberufe in den Medien" und 2010  der Startschuss für meine Agentur "Premium-Presenters",  mit der  ich Moderatoren vermittle, manage und bei ihrer Karriere unterstütze. Daher weiß ich sehr gut: Die Medienwelt ist voller junger, attraktiver, gut ausgebildeter Menschen, die sich um die Moderationsjobs reißen. Das heißt : die Moderationskonkurrenz ist wirklich hart und groß. Vor allem Mädels haben es schwer, weil Journalismus und Medien scheinbar weiblich werden....umso besser sind die Chancen für Jungs, die es wirklich drauf haben!  Hier gebe ich gerne imme wieder mal Tipps, wie es klappen könnte, mit der Karriere vor der TV-Kamera...

Und weil keiner mehr Zeit zum Lesen hat oder das auf den kleine Smartphone-Screens nicht immer Spaß macht, gibt´s das Wesentlichste jetzt regelmäßig als Podcast.

Die alten Tipps (gute Allgemeinbildung, Sprecherziehung, gute Schuldbildung, Flexibilität) können wir abhaken.Das sind unverzichtbare Basics!  Packen wir was Neues an - das Selbstmarketing! Ob Vita, Fotos oder Showreel - es muss alles so gestaltet sein, dass es sofort überzeugt. Bei der Vielzahl von Mitbewerbern gibt´s meist keine zweite Chance für den 1. Eindruck. Und bitte keine Vita in epischer Breite, sondern kurz und knackig das Wesentliche übersichtlich zusammen fassen. Gleiches gilt auch für eine eigene Website oder den Facebookauftritt. Immer dran denken - die Welt sieht Euch (und das soll sie ja auch, wenn ihr in die Medien wollt). Aber bedenken: WIE wollt ihr wahr genommen werden?! Bei den Bewerbungen, die mich für die Moderatorenagentur erreichen, sind meist viel zu lange Demos dabei. Schlechte Tonqualität, schlechtes Bildmaterial - nach meinen Erfahrungen sind 2-3 Minuten ausreichend und die müssen gleich reinhauen und überzeugen. Also - das Topmaterial gleich an den Anfang stellen, sonst sieht es vielleicht keiner mehr...Endlich klappt´s mit dem Casting fürs TV oder dem Vorstellungsgespräch beim Radio-Boss. Und nun? Nerven bewahren! Und sich nicht verstellen, sondern seid ganz Ihr selbst! Konzentriert Euch auf Euere Stärken, zieht Euch etwas an, in dem Ihr Euch wohl fühlt, achtet auf gute Körperhaltung und Atmung (!) und darauf (Achtung, Mädels!!), dass die Stimme nicht vor lauter Aufregung schrill und hoch wird. Dann noch ein strahlendes, echtes Lächeln und mit etwas Glück klappt´s! Übrigens - längst verlangen die Sender nicht nur gutes Allgemeinwissen und journalistische Vorbildung sondern auch Social - Media- Kompetenz ist ein ganz großes Thema. * Wie klappt´s mit der journalistischen Erfahrung? Der Klassiker ist immer noch der Einstieg beim Radio, denn dort lernen junge Moderatoren, schnell, schlagfertig zu reagieren, Interviews zu führen und bekommen einen guten Einblick in sämtliche Moderationsgenres.* Oder man ergreift die Chance bei einem der Lokalsender, ein Volontariat als Videojournalist zu machen, oft geht´s danach ganz schnell auch vor die Kamera. * Geradezu perfekt fürs TV war natürlich der Werdegang von Pro7-Taff-Neu-Moderatorin Viviane Geppert, die beim Sender vom Praktikum übers Volontariat und die Redaktionsarbeit die perfekte Grundlage für eine Karriere vor der Kamera geschaffen hat.* SOCIAL MEDIA galt ja bisher als DAS Zauberwort in Sachen "Anforderungen"...inzwischen haben die Medienmacher mehr Erfahrung in diesem Bereich und festgestellt: Fachkompetenz und Inhalte sind nach wie vor das Wichtigste, letztlich ist  auch Social Media nur ein weiterer Verbreitungsweg. Vom Erlernen des journalistischen Know-Hows entbindet das in keinster Weise. Noch eine Erkenntnis neuerer Studien: Der Trend zur Akademisierung bei allen Medien. Ein wenig Schade, denn ein Studium bedeutet nicht automatisch, dass jemand auch Talent hat. Quereinsteiger werden es also künftig deutlich schwerer haben...Und eines ist auch klar: Nur vom Prompter oder Moderationskarten ablesen - das macht noch lange keine gute Moderatorin oder einen guten Moderator aus! (Unten seht ihr ein paar Impressionen Backstage von Drehs, Galas, Sendestudio und Coachings mit Moderatoren und Moderatorinnen, denen ich erfolgreich bei ihrer Moderationskarriere unter die Arme gegriffen habe)